Wie viel Studio braucht Radio?

Eigentlich erstaunlich wenig.

Ein Mikrofon. Ein Aufnahmegerät oder Rechner. Internet. Ein Mensch, der etwas erzählen möchte. Und jemand, der zuhört.

Die technische Entwicklung hat Radio grundlegend verändert. Programme können heute dezentral produziert, gespeichert, geplant und von nahezu überall ausgestrahlt werden.

Das eröffnet Freiräume.

Und genau diese wollen wir ausprobieren.

Radio neu denken

Das youbuddy Radiolabor ist kein einzelner Raum.

Es ist unsere Werkstatt für neue Formen des Radios.

Wir probieren aus, wie Radio an ungewöhnlichen Orten funktionieren kann. Wie aus einem Gespräch ein Beitrag wird. Wie mehrere kleine Sender zusammenarbeiten können. Wie Musik, O-Töne, Podcasts, Live-Radio und öffentliche Begegnung miteinander verbunden werden können.

Dabei interessiert uns weniger die perfekte Studiokulisse als eine andere Frage:

Was passiert, wenn Radio dorthin geht, wo die Menschen sind?

Das Studio ist überall

Unsere technische Infrastruktur ist weitgehend digital.

Dadurch kann das eigentliche Radiostudio sehr klein und beweglich werden.

Ein Tisch kann zum Gesprächsstudio werden.

Ein kleines Haus im Hexbachtal zur KREATIV.STATION.

Ein Stellwerk auf Zollverein zur Radiowerkstatt.

Und unsere Citroën Acadiane Marlene zum mobilen ECHO-Studio.

Der Ort verändert das Radio.

Und das Radio verändert manchmal den Blick auf den Ort.

Ausprobieren ausdrücklich erwünscht

Im Radiolabor muss nicht alles sofort ein fertiges Format sein.

Wir wollen ausprobieren, verwerfen, verändern und weiterentwickeln.

Dazu gehören neue Gesprächsformate ebenso wie Soundscapes, Field Recordings, kleine Konzerte, DJ-Sets, Stadtteilradio, akustische Spaziergänge oder gemeinsame Sendungen mit anderen Community-Radios.

Das Radiolabor ist deshalb kein Sender.

Es ist eine Haltung innerhalb des gesamten youbuddy-Netzwerks.

Offene Werkstatt

Wir möchten das Radiolabor auch für andere öffnen.

Für Menschen mit einer Geschichte.

Für Musiker und Künstler.

Für Stadtteilinitiativen und Vereine.

Für Kulturorte und Bildungseinrichtungen.

Für andere Radiomacher.

Und für Menschen, die sagen:

„Radio habe ich noch nie gemacht.“

Vielleicht ist genau das der beste Ausgangspunkt.

Keine Angst vorm Radio.

Man muss kein Moderator sein, um etwas zu erzählen.

Man muss kein Tontechniker sein, um zuzuhören.

Und man muss keinen Sendeturm besitzen, um Radio zu machen.

Wir probieren es einfach aus.